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Moderne Hafenlogistik mit Tradition: Hamburger Quartiersleute feiern 125-jähriges Jubiläum

Der Hamburger Hafen gehört mit seiner mehr als 800 Jahre alten Geschichte zu den ältesten Gewerbezweigen. Dies spiegelt sich auch in den Organisationen der Hafenwirtschaft wider. Der Verein Hamburgischer Quartiersleute von 1886 e.V. feiert in diesen Tagen sein 125-jähriges Jubiläum.

Quartiersleute sind selbständige Lagerhalter, die im Auftrag des Kaufmanns Waren einlagern, begutachten, sortieren und reinigen. Noch heute zeugt die Hamburger Speicherstadt - ein gewaltiger Komplex von Lagerhäusern - für diesen traditionsreichen Berufszweig. Trocken und gut temperiert wurden in der Speicherstadt bis Mitte des 20. Jahrhunderts hochwertige Güter wie Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze gelagert und kommissioniert. Heute werden diese Waren in modernen, klimatisieren und teilweise automatisierten Lagerhallen verwahrt und die damals schwere körperliche Arbeit wird von Verlade- und Regalstaplern oder über Siloanlagen erledigt.

Heute wie vor 125 Jahren stehen die Quartiersleute an einer wichtigen Schnittstelle der Importkette von Lebensmittelrohstoffen. Neben der Lagerung der Waren steht die besondere Behandlung und Pflege der Naturprodukte heute wie früher im Mittelpunkt des Gewerbes. Neue Anforderung an die Qualität der Ware und die Lebensmittelsicherheit stellen die Quartiersleute vor neue Aufgaben. Die Quartiersleute haben ihr Dienstleistungsangebot für die Lebensmittelindustrie und den Importhandel erweitert: Rösten von Nüssen, Herstellung von Kakaoprodukten, Entkeimung von Tee, Gewürzen und Kräutern.

Michael Bruhns, Vorsitzender des Vereins Hamburgischer Quartiersleute von 1886 e.V.: „Dienstleistungsbetriebe leben von der Qualität ihrer Mitarbeiter, deshalb wollen wir im Rahmen unseres Jubiläums auch für die Ausbildungsberufe unseres traditionellen aber hoch aktuellen Gewerbes werben.“ Auch wenn die Berufsbezeichnung „Quartiersmann“ heute nicht mehr im Hafen anzutreffen ist, so findet sich diese traditionsreiche Tätigkeit in verschiedenen Ausbildungsberufen wieder, beispielsweise Fachkraft für Hafenlogistik, Fachkraft für Lagerlogistik oder Kaufmann/Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen.

In diesem Jahr werden rund 48 Mio. Tonnen Stückgüter im Hamburger Hafen einkommend umgeschlagen werden. Davon  entfallen allein 13 Prozent auf Papier, Kaffee, Rohkautschuk, Tee, Gewürze, Kakao und Reis. Im Übrigen ist der Hamburger Hafen einer der weltweit bedeutendsten Umschlagsplätze für Gewürze, Kakao, Kaffee und Tee:

‒     Deutschland ist mit rund 90.000 Tonnen jährlich nach den USA das zweitgrößte Importland für Gewürze, davon werden knapp 90 Prozent über Hamburg umgeschlagen.
‒     Deutschland ist weltweit drittgrößter Importeur von Kakaobohnen, die ebenfalls vorrangig über den Hafen Hamburg ins Land kommen. Rund 80.000 Tonnen Sackware und  107.000 Tonnen Bulkware werden in Hamburg abgefertigt.
‒     Der Hamburger Hafen ist größter europäischer Importhafen für Rohkaffee und gilt als Drehscheibe für den deutschen, skandinavischen und osteuropäischen Markt. Im Schnitt lagern rund 100.000 Tonnen Rohkaffee im Hafen.
‒     Hamburg ist die wichtigste Drehschreibe für den europäischen Teehandel. Knapp 75 Prozent des beliebten Heißgetränks werden über Hamburg importiert. Dies entspricht rund 38.000 Tonnen.

Und woher kommt die Banane? Aus dem Hamburger Hafen!
Im Hamburger Hafen werden jährlich rund 800.000 Tonnen Bananen abgefertigt, die überwiegend per Kühlcontainer u.a. aus Neuseeland, Südafrika, Argentinien und Chile kommen.

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