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Hafenwirtschaft braucht wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und Entwicklungsperspektiven

Der Hamburger Hafen ist wieder auf Wachstumskurs. Trotz rückläufigem Welthandel, einer stagnierenden globalen Konjunktur und geopolitischen Unsicherheiten ist der Seegüterumschlag im Hafen Hamburg angestiegen.

Um das Umschlagswachstum auch angesichts anhaltender weltwirtschaftlicher Risiken und eines verstärkten Standortwettbewerbs - und zwar nicht nur innerhalb der Nordrange, sondern zunehmend auch zwischen den nord- und südeuropäischen Häfen - dauerhaft zu sichern, gilt es, den Hamburger Hafen durch wettbewerbsfördernde Rahmenbedingungen zu stärken. Dafür sind weitere Anstrengungen erforderlich, um über die erreichten Fortschritte bei der Sanierung und Instandsetzung der Straßen- und Schieneninfrastruktur hinaus einen reibungslosen Zu- und Ablauf der Güter im Hamburger Hafen auch in Zukunft zu gewährleisten, damit der Hafen ein verlässlicher und hocheffizienter Hafen- und Logistikstandort für Nord, Mittel- und Osteuropa bleibt.

Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg: „Mit der Umsetzung der Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe wird die seewärtige Erreichbarkeit des Hamburger Hafens deutlich verbessert. Einen Meter mehr Tiefgang und die Schaffung einer Begegnungsbox haben eine höhere Auslastung der Schiffe und mehr Flexibilität bei der Abfertigung von Großschiffen zur Folge.“ Dies wirkt sich auch auf eine bessere CO2-Bilanz pro Transporteinheit aus. Neue Schiffe werden mit emissionsärmeren Motoren (LNG) oder mit Scrubbern ausgestattet. Zudem gilt in Nord- und Ostsee (SECA-Gebiet) bereits seit 2015 ein allgemeiner Grenzwert von 0,1 Prozent Schwefelgehalt in Schiffstreibstoffen. Ab kommenden Jahr ist weltweit nur noch der Einsatz von Treibstoffen mit einem 0,5-prozentigen Schwefelgehalt erlaubt.

Das Hamburg Vessel Coordination Center (HVCC) koordiniert und steuert die Schiffsanläufe mit modernsten technischen Systemen. Durch eine effiziente Zulaufsteuerung werden der Treibstoffverbrauch und damit letztlich auch Emissionen weiter reduziert. Das HVCC ist eine weltweit einzigartige Institution, die von der Hafenwirtschaft initiiert wurde und ausschließlich von dieser getragen wird.

Da die Umweltverträglichkeit des Gütertransports jedoch nicht von einem Verkehrsträger, sondern von der Gesamtbilanz der Transportkette abhängt, ist es ein wesentliches umweltpolitisches Ziel der Hamburger Hafenbetriebe, die gesamte Transportkette ökologisch zu gestalten.

In Europas größtem Eisenbahn-Hafen hat sich der Modal Split im Hinterlandverkehr weiter zugunsten der Bahn verschoben. Seit 2015 werden hier mehr Transporte auf der Schiene durchgeführt als mit dem Lkw. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 47 Prozent der Güter per Bahn, 43 Prozent per Lkw und 10 Prozent per Binnenschiff abgefertigt. Im Container-Fernverkehr entfallen rund 70 Prozent der Transportmenge auf die umweltfreundliche Schiene.

Die Hamburger Hafenwirtschaft ist nachhaltig, modern und innovativ. Sie stellt sich nicht nur neuen Herausforderungen, sondern ist auch bei neuen Technologien führend. Die Hafenbetriebe leisten durch eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung des Energie-, Flächen- und Ressourcenverbrauches. Dies führt zu einer Einsparung von mehr als 71 Mio. kWh Energie pro Jahr und zu einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes
von knapp 100.000 t pro Jahr. Nicht zuletzt ist der UVHH seit 2007 Träger der UmweltPartnerschaft Hamburg und viele Unternehmen im Hafen sind UmweltPartner.

Gunther Bonz: „Aufgrund der innerstädtischen Lage des Hafens ist sich die Hafenwirtschaft ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung sehr bewusst. Die Unternehmen stehen vor der großen Herausforderung, ihren Beitrag zum Klima- und Umweltschutz zu leisten bei gleichzeitig zunehmendem internationalen Wettbewerb. Dafür brauchen die Unternehmen Planungssicherheit und Entwicklungsperspektiven am Standort Hamburg.“

Hintergrundinformation: Seit mehr als 60 Jahren nimmt der UVHH als Wirtschaftsverband die gemeinsamen wirtschafts- und hafenpolitischen Interessen der Mitglieder gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit wahr und vertritt in seiner zusätzlichen Funktion als Arbeitgeberverband die arbeitsrechtlichen, tarif- und sozialpolitischen Belange der tarifgebundenen Unternehmen. Im UVHH sind mehr als 100 Hamburger Hafenumschlagsunternehmen und Unternehmen, die hierzu vor- und nachgelagerte Tätigkeiten ausüben, zusammengeschlossen. Der Unternehmensverband ist Partner der Initiative „Zukunft Elbe“ und einer der Träger der UmweltPartnerschaft Hamburg.

Pressemitteilung zum Download (122 kB)