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Beitrag von Gunther Bonz für die Sonderbeilage des THB zum 823. Hafengeburtstag

Qualität der Verkehrswege entscheidend im internationalen Wettbewerb

Die Geschichte des Hamburger Hafens in den vergangenen über 800 Jahren ist auch die Ge­schichte der dauernden Anpassung an neue Herausforderungen – Erfolg durch Wandel. Der Hamburger Hafen hat sich in den Jahrhunderten zu einem der größten europäischen Häfen entwickelt. Um diese Position zu erhalten und weiter auszubauen, muss sich Hamburg im Kampf um Marktanteile gegenüber den ARA-Häfen behaupten. Dabei spielt die Qualität und Leistungsfähigkeit der see- und landseitigen Infrastruktur eine entscheidende Rolle und bestimmt die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des maritimen Standortes.

Die Elbe ist die Lebensader des Hamburger Hafens, wenn diese nicht mehr „funktioniert“, kommt es zum Stillstand. Mit anderen Worten: Die seewärtige Erreich­bar­keit des Hamburger Hafens für Schiffe der neuesten Generation bildet die Basis für eine positive Umschlagsentwicklung im Hafen. Containerschiffe mit einer Kapa­zität von mehr als 10.000 TEU und größer bestimmen zunehmend den weltweiten Containerschiffsverkehr. Sie sind die „Arbeitspferde“ im Asien-Europa-Seeverkehr, der wichtigsten Handelspartnerregion Hamburgs. Mit der bevorstehenden Vertie­fung und Verbreiterung der Elbe wird der Seeweg nach Hamburg an diese Ent­wicklung angepasst. Mit dem Einvernehmen aller drei Elbanrainerländer im Plan­feststellungsverfahren zur Fahrrinnenanpassung wurde eine große Hürde genom­men und der Baubeginn ist in absehbare Nähe gerückt.

Aber nicht allein die seewärtige Erreichbarkeit ist für den Standort entscheidend.  Der Umschlag und der Weitertransport der Güter im Hafen Hamburg und in sein Hinterland muss effizient gestaltet und am Bedarf orientierend ausgebaut werden. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Die Politik ist in der Pflicht, den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur voranzutreiben. Die bestehenden Containerterminals bereiten sich bereits seit vielen Jahren qualitativ und quantitativ auf diese großen Schiffe vor. Nach Umsetzung aller Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen werden die bestehenden Terminals in der Lage sein, die für 2025 prognostizierte Menge an Containerverkehr zu bewältigen. Der Engpass droht jenseits der Kaikanten - also im Bereich des hafeninternen Ver­kehrs sowie bei der Hinterlandanbindung. Dies gilt sowohl für die Straßen und Brü­cken im Hafen als auch für die Anbindungen des Hamburger Hafens an das euro­päische Hinterland.  

Die Zeichen stehen auf Wachstum. Aber sind Hamburg und die Metropolregion auf den erhofften Boom vorbereitet? Im Hinblick auf die zu erwartende Umschlagsentwicklung bis 2025 muss dem bedarfsgerechten Ausbau der landseitigen Verkehrsin­frastruktur in der Hafen- und Verkehrspolitik des Hamburger Senates und der Bundes­regierung oberste Priorität eingeräumt werden. Die für den Hamburger Hafen sowie für die norddeutsche Region wichtigen Verkehrsprojekte müssen mit Nachdruck voranget­rie­ben werden, wenn es bei einem weiter zunehmenden Güterverkehr in den nächsten Jahren nicht zum Verkehrsinfarkt mit unabsehbaren Folgen für die deutsche Volkswirt­schaft kommen soll.

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