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Barkassen-Protestfahrt durch die Speicherstadt: Wasserseitige Erlebbarkeit des Weltkulturerbes gefährdet

 Mehr als 20 Barkassen des Hafenschifffahrtsgewerbes machen bei der heutigen Protestfahrt auf die wirtschaftlichen und touristischen Auswirkungen der geplanten Kaimauersanierung in der Hamburger Speicherstadt aufmerksam.

An den Ende des 19. Jahrhunderts erbauten Gebäuden der Speicherstadt ist eine umfangreiche Sanierung der Kaimauern erforderlich. Der Landesbetrieb Immobilien (LIG) wurde von der Stadt Hamburg beauftragt, die
Instandsetzung zu planen. Die komplizierten Rahmenbedingungen sowie der Status als Weltkulturerbe erschweren die Sanierung zusätzlich. Nach Abwägung und Prüfung mehrerer Sanierungsvarianten hat sich der LIG für eine Bauweise entschieden, bei der die alten Kaimauern verstärkt werden sollen. Dies erfordert u.a. eine erhebliche Aufschüttung der Fleetsohlen und führt somit zu einer Reduzierung der Wassertiefen in den Fleeten der Speicherstadt.

Das bereits heute zu beachtende Tidefenster, das eine Befahrung der Fleete durch Barkassen erst ermöglicht, wird dann erheblich eingeschränkt. Im ungünstigsten Fall, wenn beispielsweise Ebbe und Flut früh morgens oder spät abends liegen und die Wetterlage zusätzlich den Wasserstand beeinflusst, können keine Gästefahrten in die Speicherstadt angeboten werden. Für die Rundfahrtbetreiber ist diese Situation existenzbedrohend. Hamburg würde eine Touristenattraktion verlieren und das für die Fremdenverkehrswirtschaft wichtige Weltkulturerbe entwerten.

Der LIG hat die gravierenden Auswirkungen auf Gewerbe und Tourismus erkannt und erarbeitet gemeinsam mit der Hafenschifffahrt geeignete Maßnahmen, damit Hamburgs Gäste auch zukünftig das Weltkulturerbe „Historische Speicherstadt“ authentisch, d.h. von der Wasserseite aus, erleben können. Ausdrückliches Sanierungsziel ist die Erhaltung der Befahrbarkeit der Fleete.

Das Gewerbe fordert Senat und Bürgerschaft auf sicherzustellen, dass:

-   die Fleetsohlenanhebung auf mindestens einer Rundfahrtroute
    weniger als einen Meter beträgt,

-   die neue Wassertiefe dauerhaft unterhalten wird und Mindertiefen
    umgehend beseitigt werden,

-   ein umfassendes Umbauprogramm zur Absenkung der Fahrzeughöhe
    umgesetzt wird,

-   sich Hamburg beim Bund dafür einsetzt, dass die Bauvorschriften für
    Schiffe so geändert werden, dass Neubauten mit niedrigeren Fixpunkthöhen
    wieder möglich werden,

-   in der Speicherstadt moderne Pegelanzeigen angebracht werden.

 

Hintergrundinformation:

Das Weltkulturerbe Speicherstadt ist ein touristisches Wahrzeichen der Stadt und verbindet die traditionelle Geschichte des Freihafens mit der modernen Nutzung als urbane Erlebniswelt. Besondere Bedeutung kommt der Erschließung der historischen Speicherstadt durch die Fleete und Kanäle zu. Das Gewerbe bietet mit bis zu 87 Barkassen und Fahrgastschiffen in der Saison etwa 140 Fahrten täglich durch die Speicherstadt an.

Pressemitteilung zum Download (127 kB)